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Am Girls’Day ist die Zukunft ganz nah

Über 130.000 Mädchen erleben Technikberufe – Mehr als 8.500 Veranstaltungen bundesweit

Am achten Girls’Day – Mädchen-Zukunftstag schnupperten bundesweit über 130.000 Schülerinnen in Technik und Naturwissenschaften. Mit der erfolgreichen Initiative haben in den letzten Jahren fast 800.000 Teilnehmerinnen technische Berufe erproben können. Die Beteiligung von Betrieben, Hochschulen und Forschungseinrichtungen stieg kontinuierlich auf über 8.500 Veranstaltungen zum Girls’Day 2008.

Als frühzeitig ansetzende Maßnahme ist der Girls’Day mittlerweile wichtiger Baustein in der Berufsorientierung von Mädchen und eröffnet neue Perspektiven jenseits der traditionell von Frauen besetzen Bereiche. Etwa zehn Prozent der beteiligten Unternehmen haben bereits eine oder mehrere junge Frauen, die sie in den Vorjahren am Girls’Day kennen lernten, eingestellt. In vielen Ausbildungsberufen in der Metall- und Elektrobranche gibt es einen positiven Trend hin zu höheren Frauenanteilen (vgl. Ausbildungsstatistik des Bundesinstituts für Berufsbildung). Im Wintersemester 2007/2008 schrieben sich 13 Prozent mehr Frauen für ein ingenieurwissenschaftliches Studium ein als im Vorjahr (Statistisches Bundesamt).

Die Begeisterung der Teilnehmerinnen für den Girls’Day ist enorm. Über 90 Prozent der Mädchen beurteilen den Tag mit sehr gut und gut. 45 Prozent haben Berufe in Technik, Naturwissenschaften, IT und Handwerk kennen gelernt, die sie interessieren. Etwa 40 Prozent können sich vorstellen, in der Organisation, in der sie den Girls’ Day verbracht haben, ein Praktikum oder eine Ausbildung zu absolvieren. Darüber hinaus hat der Girls’Day einen positiven Einfluss auf das Image der technischen Berufe und führt zu realitätsnahen Einschätzungen in Bezug auf Arbeitsmarktchancen, berufliche Inhalte und Rahmenbedingungen. Über 50 Prozent der Teilnehmerinnen wissen: Teamarbeit ist in technischen Berufen besonders gefragt.

Das Beispiel Girls’Day – Mädchen-Zukunftstag in Deutschland macht auch international Schule: Der Girls’Day oder ähnliche Aktionen finden mittlerweile auch in Luxemburg, Österreich, Belgien, der Schweiz, den Niederlanden, Polen und dem Kosovo statt. Grenzüberschreitende Aktionen zum Girls’ Day gibt es mit Österreich, Luxemburg, Belgien und Polen.

Der Girls'Day – Mädchen-Zukunftstag wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF sowie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds.

 

 

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 Die Teilnehmerinnen am Girls´Day 2008 beim Fertigen eines Puppensofas

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      und hier das fertige Ergebnis

Projektziel “ ökointelligentes ” Polstermöbel

 

Himolla hat unter Projektleitung des Umweltinstitutes bifa ein IPP-Produktgremium Polstermöbel initiiert. IPP steht für “Integrierte Produktpolitik” - für stetige Verbesserungen von Produkten und dazugehörigen Dienstleistungen bezüglich der Wirkung auf Menschen und Umwelt. In diesem Gremium entwickelte Himolla mit dem Möbelhaus Krug, Kolbermoor, den Lieferanten Rohleder, Sandler AG, Kurt Junghans Polstergestell GmbH und Veenendaal sowie der FH Weihenstephan und der Verbraucherzentrale Bayern ein ökointelligentes Polstermöbel, das als erstes den “Blauen Engel” erhalten soll.

Neben intelligenten Design, vertretbarem Preis und optimalem Nutzen wurde Wert auf ökologische und gesundheitsverträgliche Materialien, Minimierung von Material- und Energieverbrauch und möglichst kurze Transportwege gelegt.

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Das Ergebnis des Projektes, der Prototyp eines zeitlos modernen Zweisitzer, ist am 26. September auf der IHK- Abschlussveranstaltung der IHK Schwaben in Augsburg vorgestellt worden                    (Foto: Himolla)

Kaeser-Vakuumanlagen für Holzbearbeitungszentren

In der Möbelfertigung – ob Groß- oder Kleinserie – wird der herkömmliche horizontale oder vertikale Plattenzuschnitt mehr und mehr übrigens auch im Handwerk vom programmgesteuerten Ausfräsen verschachtelter Einzelteile im sogenannten „Nesting-Verfahren“ abgelöst. Spezielle „Nesting“-Software optimiert dabei die Rohstoffausnutzung, indem sie möglichst viele Formteile bei möglichst wenig Verschnitt auf der zur Verfügung stehenden Plattenfläche anordnet, die dann vom CNCgesteuerten Bearbeitungszentrum ausgefräst werden. „Nesting“ kommt vom englischen „to nest“, hier als „verschachteln“ zu verstehen. Zur optimalen Materialausnutzung kommt deutlich höhere Flexibilität, die es Anwendern, etwa in der Polstergestellfertigung erlaubt, effizient und schnell auf wechselnde Kundenwünsche zu reagieren. Ein US-Polstermöbelhersteller geht dabei sogar so weit, keine Gestellteile mehr auf Lager zu halten: „Was wir brauchen, schneiden wir direkt zu. Das geht schneller,als Teile oder Gestelle aus dem Lager zu holen. Schließlich haben wir die Daten all unserer Modelle im Computer.“ Für Präzisionsarbeit bei kurzen Taktzeiten sind rascher Wechsel und bombenfester Sitz der zu bearbeitenden Platten essentiell. Sie werden mit Unterdruck auf dem Frästisch fixiert. Eine Vlies-Zwischenlage schützt die Tisch-Oberfläche vor Beschädigungenund verteilt die Vakuum-Kräfte so gleichmäßig auf die Gesamtfläche, dass es auch beim Ausfräsen kleinster Teile nicht zu unerwünschten Bewegungen des Materials kommt. Nicht umsonst nennt ein Kunde eines Nesting-Software-Anbieters als wichtiges Qualitätskriterium für den Anbieter von Nesting-Bearbeitungszentren: „Er empfiehlt gute Vakuum- und Fixiereinrichtungen.“

 

Ratz-fatz in der Praxis

Dörfles-Esbach bei Coburg. In der Zuschnitthalle der Kurt Junghans Polstergestelle GmbH füttern zwei Mitarbeiter das Doppeltisch-Bearbeitungszentrum ECO von Reichenbacher-Hamuel mit auf die Größe der Frästische konfektionierten Spanplatten. Ein kräftiges Vakuum zieht die Platten ans Vlies, der Tisch wird eingefahren, der Fräskopf bringt die Werkzeuge auf bis zu 30 000 Touren pro Minute und beginnt seinen kurzen Tanz hinter der transparenten Kulisse. Ratz-fatz: Der Tisch wird ausgeschoben und abgeräumt, während der andere zum Fräsen der nächsten Platte eingeholt wird.

Wo gefräst wird...

Zwei Kaeser-Vakuum-Anlagen der Reihe CSV 150 machen die nebenan installierte Kompressorstation zu einer Art Luft-„Stoßmich-Ziehdich“, denn dort wird nicht nur Unter-, sondern mit einem Kaeser-Schraubenkompressor vom Typ SM 11 auch der Überdruck für die in der Produktion erforderliche Druckluft erzeugt. Wo gefräst wird, fallen wie beim Hobeln Späne, und zwar feine, allgegenwärtige, die auch durch noch so gute Absauganlagen nicht vollständig aus der Luft entfernt werden, welche die Vakuumpumpen extrahieren müssen. Wirksame Filter tun das ihre, aber letztlich ist der zuverlässige Dauerbetrieb dieser Anlagen ein Beleg mehr für die These, dass in schmutzgeneigten Arbeitsumgebungen Schraubenkompressoren mit niedrigen Drehzahlen und großzügig bemessenen Kühl-/Schmierfluidvorräten gleichsam in ihrem Element sind. Unbeeindruckt und unermüdlich drehen sich die Rotoren mit dem energieeffizienten Sigma-Profil und machen mit ihrer unerschütterlichen Zuverlässigkeit dasohnehin wirtschaftliche Nesting-Verfahren noch wirtschaftlicher.

 

Verfasser: Klaus Dieter Bätz

 

 

Gestellbauer Junghans trotzt dem Preiskampf in der Möbelbranche

Der Dörfles-Esbacher Gestellbauer Junghans ist als einziger deutscher Zulieferer seiner Art für sein Qualitätsmanagement nach neusten Standard zertifiziert. Mit einer hochmodernen Produktion nutzt das Familienunternehmen dem Preiskampf in der Möbelbranche. Junghans setzt dabei auch auf eine computergesteuerte Überwachung.

Dörfles-Esbach - "Unser Erfolgsrezept ist, dass wir Kundenwünsche schnell, felexibel und mit maximaler Qualität umsetzen können", sagt Stefan Junghans, Geschäftsführer der Dörfleser Kurt Junghans Polstergestelle GmbH. Das Familienunternehmen hat das Firmensterben überlebt, das Mitte der neunziger Jahre durch die Branche wütete und dabei noch Personal aufgebaut. Heute ist Junghans nach TÜV-Angaben Deutschland einziger Zulieferer von Polstergestellen, dessen Qualitätsmanagement nach der Industrienorm DIN EN ISO 9001:2000 zertifiziert ist.

Seit 1996 ist das Unternehmen von damals 40 auf einen Mitarbeiterstamm von zuletzt 58 gewachsen. "Es sind kontinuierlich mehr Leute geworden, aber einen richtigen Sprung haben wir durch die veränderte Modellpolitik der Polstermöbelhersteller gemacht" sagt Stefan Junghans. Immer mehr in der Branche reagieren auf die Billigkonkurrenz aus dem Osten mit einer größeren Produktvielfalt, ein Trend, den Junghans nutzte. Zurzeit arbeitet der Zulieferer hauptsächlich für zwölf Kunden aus ganz Deutschland, die sage und schreibe 900 Gestellmodelle abrufen.

Während noch immer zahlreiche Mitbewerber auf große Stückzahlen angewiesen sind, um kostendeckend arbeiten zu können, konzentriert sich Junghans auf Modellreihen mit einer Auflage von durchschnittlich 100 Exemplaren. Die Strategie besteht aus einer Mischung von Kreativität, Tempo und Individualität, immer gepaart mit höchstmöglicher Qualität. "Die Zusammenarbeit mit den Auftraggebern spielt dabei eine wichtige Rolle", weiß auch Ulrich Junghans, der zusammen mit seinem Bruder Stefan die Geschäfte führt. Designerideen, die zwangsläufig immer ausgefallener werden müssen, stoßen häufig an die Grenzen der Durchführbarkeit. "Das kann man nur dem Junghans geben", höre man dann oft von den Möblern, wie Ulrich Junghans erzählt.

Die Entwicklungsabteilung, inzwischen auf fünf Mitarbeiter gewachsen, ist der erste Anlaufpunkt für den Bau eines neuen Gestellmusters. Erteilt der Kunde den Zuschlag, setzt sich die ausgeklügelte, für ihr Qualitätsmanagement zertifizierte Maschinerie in Bewegung.

Jedes Gestell wird im Vorfeld der Produktion virtuell zerlegt und in allen Einzelteilen auf einen digital erstellten Laufzettel erfasst. Darauf finden sich Barcodes, die bei jedem Arbeitsschritt gescannt und vom Computer ausgelesen werden. "Dadurch wissen wir immer genau, wie weit die Produktion vorangekommen ist", erklärt Stefan Junghans.

Zusätzlich werden sämtliche 5000 Leistentypen, die derzeit durch den Herstellungsprozess laufen von einer speziellen Maschine mit Laufnummern versehen. Auch das trägt zur Transparenz der Produktion bei. Daneben spielt die Beschriftung eine große Rolle für die Qualität. "Wenn irgendein Teil im Alltagsgebrauch zu einer Fehlerquelle werden sollte, können wir so genau zurückverfolgen, wann und auf welcher Maschine es hergestellt worden ist", sagt Junghans. Letztlich gewährleistet der Computer die Flexibilität, die Junghans so wichtig ist. "Wenn ein Kunde seine Gestelle unvorhergesehen dringend braucht, kann ich diese Produktion forcieren, ohne dass andere Aufträge beeinträchtigt werden."

Bei aller Technik, das betont Stefan Junghans, seien die Mitarbeiter doch das wichtigste Gut des Unternehmens. Bei einer Produktions- und Lagerfläche von rund 7000 Quadratmetern gehört der Familienbetrieb zu den kleineren Unternehmen der Branche. Jeder Mitarbeiter werde für die speziellen Anforderungen im Haus ausgebildet. Da könne man sich keine größere Fluktuation leisten. Und auch Einsatzbereitschaft sei wichtig. "Wenn es der Auftrag erfordert, muss man eben auch mal am Samstag ran", sagt Stefan Junghans und lobt seine Mannschaft, die, dann mitzieht".

Bei aller Begeisterung für seine Profession schwingt auch etwas Unzufriedenheit mit, wenn Stefan Junghans in die Zukunft blickt. "2003 wird wohl wieder ein sehr schwieriges Jahr", prognostiziert er angesichts zahlreicher Medienberichte über den Aufschwung, der nicht kommt und den Konsum der weiter einbricht. Investitionsbedarf hat Junghans glücklicherweise bis auf weiteres nicht, abgesehen von der Wartung der hochmodernen CNC-Maschinen. Doch der Preiskampf um Möbel geht auch an ihm nicht spurlos vorbei. " Es darf nicht ruhiger werden", sagt er gespannt mit Blick auf die Hausmessen, die an diesem Wochenende beginnen und ein erstes Signal dafür geben, ob Möbel wieder ein gefragtes Kulturgut sind.

Neue Presse Coburg Freitag 27. September 2002